In der Saison 2026/27 gibt Vera-Lotte Boecker ihr Rollendebüt als Titelfigur in einer neuen Produktion von Cavallis La Calisto am Theater an der Wien unter der Regie von Stefan Herheim – die Produktion wird kurz darauf auch an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden zu sehen sein. Zudem debütiert sie als Leonore in Krzysztof Warlikowskis Neuinszenierung von Beethovens Fidelio beim Festspielhaus Baden-Baden und kehrt an die Bayerische Staatsoper zurück – als Donna Anna in Don Giovanni sowie als Mary Stuart in Brett Deans Of One Blood, nach dessen kürzlich erfolgter Weltpremiere.

Als Artist in Residence des Konzerthauses Berlin ist Vera-Lotte während der Saison mit dem Konzerthausorchester in einer Reihe von Konzerten zu erleben: mit Opernausschnitten von Berg, Beethoven und Dvořák (Oscar Jockel), mit Strauss-Orchesterliedern (Iván Fischer) sowie mit Konzertarien und Kantaten von Mozart und Marianna Martines (Ton Koopman). Darüber hinaus singt sie Brittens Les Illuminations (Sayako Kusaka) mit dem Konzerthaus Kammerorchester und ist gemeinsam mit Sarah Tysman in einem Liederabend zu hören.

In der vergangenen Saison stand Vera-Lotte im Zentrum mehrerer Neuproduktionen und bedeutender Debüts: Sie kreierte die Rolle der Mary Stuart in der Weltpremiere von Brett Deans Of One Blood (Vladimir Jurowski) an der Bayerischen Staatsoper, debütierte als Titelfigur in Janáčeks Das schlaue Füchslein (Sir Simon Rattle) an der Staatsoper Unter den Linden und war als Donna Anna in Don Giovanni (Vladimir Jurowski) ebenfalls an der Bayerischen Staatsoper zu erleben. An der Staatsoper Hamburg sang sie in der Eröffnungsproduktion die Titelrolle in einer szenischen Fassung von Schumanns Das Paradies und die Peri (Omer Meir Wellber) und kehrte später als Die Frau in Tobias Kratzers Triptychon Frauenliebe und -sterben zurück.

Auf der Konzertbühne ist Vera-Lotte in den letzten Spielzeiten mehrfach mit den Wiener Symphonikern aufgetreten: mit der Titelrolle in Schumanns Das Paradies und die Peri (Petr Popelka), mit Schönbergs Gurrelieder (Petr Popelka) und mit Brahms‘ Ein deutsches Requiem (Dima Slobodeniouk). Weitere Konzert-Höhepunkte der letzten Zeit umfassen Mahlers Sinfonie Nr. 4 mit dem Orquesta y Coro Nacionales de España (Cornelius Meister), Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit dem Orchestre Symphonique de Montréal (Rafael Payare) sowie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Vasily Petrenko), Mahlers Sinfonie Nr. 2 mit der Robert Schumann Philharmonie Chemnitz (Benjamin Reiners), Orffs Carmina Burana mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse (Diego Ceretta), Agnès aus Written on Skin (George Benjamin) im Konzert mit dem Stavanger Symphony Orchestra, Zemlinskys Lyrische Sinfonie (Hannu Lintu) mit dem Finnish National Opera Orchestra, Reimanns Mignon mit dem Vogler Quartett im Konzerthaus Berlin sowie Mendelssohns Paulus mit dem Symphonieorchester Vorarlberg. Weitere Auftritte führten sie u. a. ins Wiener Konzerthaus, in die Kölner Philharmonie, in den Kulturpalast Dresden, in die Stuttgarter Philharmonie und in den Musikverein Wien.

Zu den jüngsten Opern-Höhepunkten zählen bedeutende Rollendebüts wie die Titelrolle in Strauss‘ Daphne in Romeo Castelluccis Inszenierung an der Deutschen Staatsoper, die Titelrolle in Bergs Lulu sowie die Dorotka in Tobias Kratzers Inszenierung von Schwanda der Dudelsackpfeifer am Theater an der Wien, die Nadja in der Uraufführung von Haas‘ Bluthaus an der Bayerischen Staatsoper (Regie: Claus Guth) sowie die Fusako Kuroda in Henzes Das verratene Meer an der Wiener Staatsoper – eine Produktion, die auch auf DVD erschienen ist.

2026 erscheint bei Capriccio die Einspielung von Hindemiths Cardillac, in der Vera-Lotte an der Seite von Tomasz Konieczny zu hören ist.

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